Becherwerksbrücke
Kokerei Hansa, Dortmund
Projektzeitraum
2022-2025
Leistungsbild
Leistungsphasen 1-9
Auftraggeber
Stiftung Industriedenkmalpflege
Tragwerk
SOCOTEC Ingenieure AG
Fachplanung Schadstoffe
MTM Ingenieurgemeinschaft GmbH
Bildnachweise
Fotos: planinghaus architekten
Vom Becherwerk zum Besucherweg: Denkmalgerechte Instandsetzung eines Brückenbauwerks
Als Teil des Industriedenkmals Kokerei Hansa ist die Becherwerksbrücke ein prägnantes Relikt der ehemaligen Koksproduktion. Das vor 1938 errichtete Verbindungsbauwerk auf der sogenannten schwarzen Seite der Kokerei verband den Sortenturm mit dem Kohleturm und transportierte über integrierte Becherwerke die fertig gemischte Kohle zu den Koksofenbatterien. Mit der Stilllegung der Kokerei im Jahr 1992 verlor die Brücke ihre Funktion und wurde später in die Besucherführung des Erlebnispfades „Natur und Technik“ eingebunden.
Die Brücke ist als eingeschossiger räumlicher Stahlfachwerkträger in rund 33 Metern Höhe über der Kokereiflur ausgebildet. Die horizontale Untergurtebene ist in Ortbeton ausgefacht, die Wandflächen bestehen aus Acryl- und Verbundsicherheitsglas. Das Dach ist mit Trapezblechen eingedeckt. Vor der Sanierung war die Konstruktion durch Schadstoffbelastungen, Korrosionsschäden und witterungsbedingte Beeinträchtigungen gekennzeichnet. Ziel der Maßnahme war es, die Becherwerksbrücke zu sichern und als Teil der Besucherführung wieder dauerhaft nutzbar zu machen.
Die vorhandene Bausubstanz wurde sorgfältig untersucht und in ihrem Bestand differenziert bewertet. Die Maßnahme konzentrierte sich auf eine umfassende Schadstoffsanierung, die stahlbaumäßige Instandsetzung des Tragwerks, einen neuen Korrosionsschutzanstrich sowie die behutsame Erneuerung der Hüllflächen und sicherheitstechnische Ergänzungen.
Die charakteristischen Zeitschichten des Bauwerks blieben erhalten und wurden durch gezielte, klar ablesbare Ergänzungen – wie eine neue Absturzsicherung – funktional ergänzt. Mit wenigen präzisen Eingriffen konnte das historische Förderbauwerk gesichert und für eine zukünftige Nutzung als Teil des Besucherwegs reaktiviert werden. Somit wird ein weiterer Baustein der ehemaligen Produktionskette auf dem Gelände der Kokerei Hansa räumlich erfahrbar.

